Geschichte

Im Jahre 1908 lässt Heinrich Schmitz nach Plänen des Architekten Kuhlmann den Saalbau „Königsburg“ errichten, der im Verlauf vieler Jahre gesellschaftliche Höhepunkte erlebte und eine Spur von Glanz und Festlichkeit der Großstädte in die Kleinstadt Süchteln gebracht hat.

Der Königsburg-Saal mit seinem Rabbitzgewölbe reiht sich in eine kleine Serie noch erhaltener Saalbauten des frühen 20. Jahrhunderts in unserer Region ein, zu denen auch das restaurierte und reaktivierte Jugendstilstadtbad in Viersen gehört.

Konzert-, Tanz- und Bühnenveranstaltungen, die Besucher aus einem weiten Umkreis anlockten, ergänzten sich in steter Reihenfolge. Die örtlichen Theatergesellschaften und Gesangsvereine feierten in der „Königsburg“ glanzvolle Aufführungen und Feste. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verringerte das Veranstaltungsangebot, der Saal diente vorübergehend Wehrmachtsgruppenteilen als Quartier und in den letzten Kriegsjahren bewohnten deportierte Fremdarbeiter die „Königsburg“. Trotz aller widrigen Umstände und der miserablen wirtschaftlichen Lage in den Nachkriegsjahren verspürten auch die Menschen in Süchteln neuen Lebensmut und suchten wieder Unterhaltung und Vergnügungen.

Allerdings zeigte sich in den ersten Nachkriegsjahren auch unverkennbar schnell eine Trendwende zum „Geliebten Kino“. Die Saalveranstaltungen wurden weniger, die Wirtschaftlichkeit des Saalbaues  war nicht mehr gegeben.
Unter Federführung des Düsseldorfer Architekten Alfons Nehaus entstand 1951 ein neuzeitliches Lichtspieltheater mit ca. 300 Sitzen, verbunden mit einer ausgezeichneten Akustik und modernen Philips-Tonfilmapparaturen. Das Süchtelner Lichtspielhaus erlebte in den 50er Jahren einen wahren Zuschauerboom. Es ist überliefert, dass während großer gesellschaftlicher Ereignisse die Bestuhlung abgebaut wurde und bis zu 900 Personen den Saal bevölkerten.
Die Kino-Ära war leider viel zu kurz. Ende der 60er Jahre begann das große „Sterben der Lichtspielhäuser“, von dem auch die „Königsburg“ nicht verschont blieb. 1972 wurde das Süchtelner Kino geschlossen, die Nutzung des Saales endete. Karl-Heinz Schmitz und dessen Frau Edith bewirtschafteten die Gaststätte im Vorderhaus noch weiter. Nach und nach wurden der Königsburgkeller im Souterrain, die Gaststätte im Vorderhaus und schließlich die darüber liegende Wohnung aufgegeben.

Seit 2005 steht der gesamte Gebäudekomplex leer.

2015 erwirbt der gemeinnützige Verein „KÖNIGSBURG 2.0 e.V.“ das Objekt.