Madame Chante Piaf - eine Hommage an die Chansons von Edith Piaf

17. Mai 2019 - 20:00

Eine abgekämpfte Concierge stellt den Schrubber in die Ecke, zieht Ihren Kittel aus und möchte in den wohlverdienten Feierabend. Doch da sitzen immer noch Leute im Saal! Vor Stunden hat sie Ihnen gesagt, dass sie gehen können, Madame Piaf wird heute hier nicht singen. Worauf warten die also noch? Sie wird abgelenkt durch Klavierklänge und plötzlich kommen Erinnerungen hoch: an die ganzen Geschichten, die sie als stille Zuschauerin hier im Theater miterlebt hat, an verlorene Seelen,
zwielichtige Gestalten, verzweifelnd Liebende, an Menschen, die sie gekannt und solche, die sie nur beobachtet hat. Ja, sie hat eine Menge zu erzählen: sie hat Menschen lieben und sterben sehen! Und plötzlich sind alle mittendrin in dem Panoptikum der Lebensgeschichten, die die Piaf doch so gerne in ihren Chansons erzählt hat.
Und warum eigentlich nicht? Die Concierge macht das Licht wieder an und gibt ein bisschen die Piaf, sie verliert sich in ihren Erinnerungen und Geschichten, beklagt ihren eigenen Herzschmerz. Fast wird sie ein bisschen verführt vom Rampenlicht, aber sie weiß nur zu gut, welchen Preis ein Leben für die Bühne verlangt.

Der Abend ist eine Hommage an die liebevoll gezeichneten Charaktere, die die Piaf in ihren Chansons beschrieben hat, er ist eine Hommage an die Liebe und Leidenschaft mit der sie gesungen, gelebt und ihr Herz verschenkt hat, aber auch eine Hommage an den Humor, der das Einzige ist, was einen manchmal in schwierigen Situationen rettet. Liebevoll erzählt die Sängerin und Schauspielerin Noémi Schröder auf deutsch und französisch diese Geschichten. Bekannte Chansons der Piaf wechseln sich dabei ab mit unbekannteren. In dem Pianisten Markus Wentz hat sie einen einfühlsamen, technisch mit allen Wassern gewaschenen Partner gefunden, der auf seinem Instrument Bilder malt, Situationen entstehen lässt, Atmosphären kreiert, so dass man plötzlich mitten in Paris ist, im Kirmesrummel, im Rotlichtmilieu,
da- ein Akkordeonist! Seine musikalische Bandbreite und sein Einfallsreichtum sind schier unerschöpflich: so lässt er elegant ein bischen Gypsy Swing hier, ein bischen Bossa Nova dort, ein bischen Flamenco und Blues, ein paar Jazzakkorde einfließen und entführt den Zuhörer fast unmerklich in andere Welten.
Noémi Schröder lässt sich davon inspirieren, greift auch mal zur Melodika, mit der sie gekonnt Akkordeonklänge anmuten lässt oder zur frechen Kazoo und so werden die Chansons der Piaf im Duo neu interpretiet und in Szene gesetzt. 

Ein intensiver, fröhlicher und tiefsinniger Abend für alle Liebhaber des französischen Chansons.

Einlass ins VORDERHAUS: 19 Uhr
Eintritt: 12,- € / ermäßigt für Schüler und Studenten bis zum 25. Lebensjahr: 8,- €
Karten an der Abendkasse, solange der Vorrat reicht.

Wir empfehlen die Nutzung des Kartenvorverkaufs in der KÖNIGSBURG und bei La Cucina, Hochstraße 11, in Süchteln.